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Eine Sekunde. Ein Fehler. Und du haftest mit allem, was du hast.

Autorenbild: Felix Fröhlich
Felix Fröhlich
23. Aug.
3 Min. Lesezeit

Eine Sekunde Unaufmerksamkeit. Du stößt jemanden auf der Treppe an. Die Person fällt, bricht sich das Becken, kann zwei Jahre nicht arbeiten. Der Schaden: 400.000 Euro. Und du haftest dafür, persönlich, mit deinem gesamten Vermögen.

Das ist kein Extrembeispiel. Das ist geltendes Recht. § 823 BGB macht dich für jeden Schaden verantwortlich, den du fahrlässig oder vorsätzlich verursachst. Keine Obergrenze, keine Ausnahme. Wer nicht versichert ist, haftet mit allem, was er hat, und mit allem, was er je verdienen wird.

Was die Privathaftpflicht absichert

Die Privathaftpflicht springt ein, wenn du jemandem versehentlich einen Schaden zufügst. Personenschäden, Sachschäden, Vermögensschäden, die daraus folgen. Die Versicherung prüft den Anspruch, zahlt berechtigte Forderungen, und wehrt unberechtigte ab. Das letzte ist oft genauso wertvoll, denn nicht jede Forderung, die jemand stellt, ist auch berechtigt.

Typische Situationen: Du fährst jemanden mit dem Fahrrad an. Dein Kind beschädigt das Tablet eines Mitschülers. Du vergisst, den Gehweg vor deiner Haustür zu streuen, jemand stürzt. Dein Hund beißt. Du lässt die Badewanne überlaufen und die Decke der Nachbarn wird durchnässt.

Wo viele denken, sie seien geschützt, aber es nicht sind

Mietsachschäden. Das ist die häufigste Lücke. Wer eine Wohnung mietet und darin einen Schaden verursacht, ein Loch in die Wand bohrt, die Badezimmerfliesen beschädigt, einen Wasserschaden auslöst, haftet dem Vermieter gegenüber. Viele günstige Tarife schließen das aus. Ein guter Tarif deckt Mietsachschäden explizit mit ein.

Schäden innerhalb der Familie. Wenn du deinem Ehepartner oder deinen Kindern einen Schaden zufügst, zahlt die Privathaftpflicht in den meisten Tarifen nicht. Das klingt abstrakt, ist aber relevant, wenn zum Beispiel durch Unachtsamkeit das Laptop des Partners zerstört wird.

Vorsatz. Was absichtlich gemacht wird, ist nie versichert. Das gilt für alle Versicherungen.

Was eine gute Police können muss

Deckungssumme mindestens 10 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Weniger klingt viel, reicht aber bei schweren Personenschäden nicht. Bei dauerhafter Erwerbsminderung eines jungen Menschen können allein die Verdienstausfallkosten schnell siebenstellig werden.

Mietsachschäden inklusive. Für Mieter ist das keine Kür, das ist Pflicht.

Forderungsausfalldeckung. Diese Erweiterung schützt dich, wenn dir jemand anders einen Schaden zufügt, dieser aber selbst nicht versichert ist. Du bekommst dann Ersatz aus deiner eigenen Police. Das ist selten bekannt, aber sehr sinnvoll.

Schlüsselverlust. Wer einen Schlüssel verliert und dadurch ein Schloss ausgetauscht werden muss, macht schnell mehrere tausend Euro Schaden, besonders in Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeobjekten.

Was du zahlen wirst

Wenig. Eine gute Privathaftpflicht kostet für Einzelpersonen zwischen 40 und 80 Euro im Jahr. Für Familien etwas mehr. Es gibt kaum eine Versicherung, bei der das Verhältnis zwischen Preis und möglichem Schaden so eindeutig ist.

Und wenn du selbstständig bist?

Dann brauchst du zusätzlich zur Privathaftpflicht eine Berufshaftpflicht oder Betriebshaftpflicht für berufliche Risiken. Die Privathaftpflicht deckt ausschließlich private Schäden ab. Was im beruflichen Kontext passiert, liegt außerhalb ihres Schutzbereichs.

Felix Fröhlich ist Versicherungsmakler in Potsdam und spezialisiert auf Absicherung für Selbstständige, Freiberufler und kleine Betriebe. Er ist an keine Versicherungsgesellschaft gebunden und wählt aus einer Vielzahl von Anbietern. Wenn du wissen möchtest, ob dein Schutz wirklich lückenlos ist, meld dich kurz. Das lässt sich meist schnell klären.

Häufige Fragen zur Privathaftpflicht

Brauche ich eine Privathaftpflicht wirklich?Ja. Du haftest in Deutschland unbegrenzt für Schäden, die du anderen zufügst. Bei schweren Personenschäden können Forderungen in die Hunderttausende oder Millionen gehen. Eine Privathaftpflicht ist eine der wenigen Versicherungen, auf die wirklich niemand verzichten sollte.

Was kostet eine Privathaftpflicht?Zwischen 40 und 80 Euro im Jahr für Einzelpersonen. Für Familien etwas mehr. Der Preis variiert je nach Tarif, Deckungssumme und Zusatzleistungen.

Deckt die Privathaftpflicht auch Schäden meiner Kinder ab?In der Regel ja, minderjährige Kinder sind im Familientarif mitversichert. Kinder unter sieben Jahren sind deliktrechtlich schuldunfähig, was bedeutet, dass du als Elternteil haftest, wenn dir eine Verletzung der Aufsichtspflicht nachgewiesen werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Privathaftpflicht und Berufshaftpflicht?Die Privathaftpflicht deckt ausschließlich private Schäden. Schäden, die im beruflichen Kontext entstehen, ob als Angestellter oder Selbstständiger, sind davon nicht umfasst. Dafür braucht es eine separate Berufs- oder Betriebshaftpflicht.

Ist eine Forderungsausfalldeckung sinnvoll?Ja. Sie schützt dich, wenn dir jemand anderes einen Schaden zufügt, dieser Person aber das Geld oder die Versicherung fehlt, um dich zu entschädigen. Dann zahlt deine eigene Police. Die Erweiterung kostet wenig und kann sehr viel wert sein.



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