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Krankenversicherung für Selbstständige 2027: GKV oder PKV?

Autorenbild: Felix Fröhlich
Felix Fröhlich
6. Sept.
3 Min. Lesezeit

Krankenversicherung für Selbstständige 2027: GKV oder PKV?

Du hast den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Du hast entschieden, dein Ding zu machen, auf eigene Rechnung, mit eigenem Risiko, mit echter Freiheit. Das ist mutig.

Und jetzt kommt eine der Fragen, die viele unterschätzen: Was machst du mit deiner Krankenversicherung?

Ich bin Felix Fröhlich, Versicherungsmakler aus Potsdam. Ich sage dir, was die meisten nicht sagen. Am Ende weißt du, was für dich richtig ist. Nicht pauschal. Für dich.


Was die GKV für Selbstständige wirklich kostet

Als Angestellter teilst du dir den GKV-Beitrag mit deinem Arbeitgeber. Als Selbstständiger nicht. Du trägst beides, komplett alleine.

Hier die konkreten Zahlen für 2026, alles Fakten:

Der allgemeine GKV-Beitragssatz liegt bei 14,6 % (gesetzlich festgelegt). Dazu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag. Der Durchschnitt für 2026 wurde auf 2,9 % festgelegt. Macht 17,5 % auf dein Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Die Beitragsbemessungsgrenze 2026 liegt bei 5.812,50 Euro pro Monat (69.750 Euro jährlich). Was du darüber verdienst, ist beitragsfrei. Bis dahin gilt der volle Satz.

Hinzu kommt die Pflegeversicherung: 4,2 % für Kinderlose (3,6 % Grundbeitrag + 0,6 % Kinderlosenzuschlag).

Das ergibt für kinderlose Selbstständige am oberen Ende den maximalen Gesamtbeitrag von 1.261,31 Euro pro Monat:

  • GKV: 5.812,50 € × 17,5 % = 1.017,19 €

  • Pflegeversicherung: 5.812,50 € × 4,2 % = 244,13 €

Das ist 2026. Für 2027 sieht es noch klarer aus.

Was für 2027 absehbar ist

Die Beitragsbemessungsgrenze wird 2027 voraussichtlich auf rund 6.374 Euro pro Monat steigen (Prognose). Besonders relevant: Das Bundesgesundheitsministerium hat über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz eine außerordentliche Erhöhung um 300 Euro monatlich beschlossen, die für 2027 wirksam wird.

Gleichzeitig rechnen Foren und Fachmedien damit, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2027 auf 3,3 bis 3,7 %steigen wird. Die genaue Zahl folgt im Herbst 2026 (Prognose).

Der maximale GKV- und Pflegeversicherungsbeitrag für kinderlose Selbstständige liegt 2027 voraussichtlich bei 1.380 bis 1.430 Euro pro Monat. Auch das ist Prognose, aber ein realistischer Korridor, den Branchenexperten diskutieren.

Die Richtung ist seit Jahren dieselbe: Es wird nicht günstiger.


Die GKV-Reform: Was sich für Familien gerade fundamental ändert

Lange galt ein klares Argument für die GKV: Kinder und nicht berufstätige Ehepartner sind beitragsfrei mitversichert.

Dieses Argument bröckelt gerade erheblich.

Die Bundesregierung plant, die beitragsfreie Familienmitversicherung ab 2027 zu beschränken. Ehepartner ohne Kinder unter 6 Jahren sollen nicht mehr automatisch kostenlos mitversichert sein, sondern eigene Beiträge zahlen. Die Rede ist von rund 267 bis 280 Euro pro Monat zusätzlich. Das Gesetz ist noch nicht final, die politische Debatte läuft, aber die Richtung ist gesetzt.

Das verändert die Rechnung für Familien komplett. Wer bisher in der GKV blieb, weil der Partner mitversichert war, muss neu kalkulieren.

Es bedeutet nicht, dass die GKV für Familien automatisch schlechter ist. Aber die Entscheidung braucht mehr Sorgfalt, mehr Durchrechnung. Und wer sie vor ein paar Jahren getroffen hat, sollte sie heute neu bewerten.


Warum die PKV für Selbstständige das Richtige sein kann

Die richtige Frage ist nicht: Wie spare ich Beiträge? Die richtige Frage ist: Welche medizinische Versorgung möchte ich für mich und meine Liebsten?

Die private Krankenversicherung bietet dir Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, kurze Wartezeiten. Und wenn du deine Familie mitversicherst, gilt das für sie genauso. Vorerkrankungen, die du beim Eintritt nicht hast, spielen später keine Rolle mehr. Du bist einmal aufgenommen und bleibst aufgenommen.

Die PKV ist kein Sparinstrument. Sie ist eine Entscheidung für die beste medizinische Versorgung, heute und in dreißig Jahren. Das ist die langfristigste Versicherungsentscheidung deines Lebens.


Wann ich abraten würde und was du trotzdem tun solltest

Ich empfehle niemandem pauschal, in die PKV zu wechseln.

Konkretes Beispiel: Wer sich gerade frisch selbstständig gemacht hat und noch keine belastbaren Zahlen für sein Geschäftsmodell hat, sollte nicht gleichzeitig eine der langfristigsten Entscheidungen seines Lebens treffen. In der Anfangsphase können die planbaren GKV-Beiträge tatsächlich Sinn machen.

Aber einfach abwarten und nichts tun ist ein Fehler.

Über eine Anwartschaft oder einen Optionstarif bei einer privaten Krankenversicherung kannst du dir heute das Recht sichern, später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu wechseln, ganz gleich, was gesundheitlich in der Zwischenzeit passiert. Wenn sich deine Selbstständigkeit gefestigt hat, steht die Tür offen.

Das wissen die wenigsten. Und genau dafür lohnt sich das Gespräch mit jemandem, der beide Welten kennt.


Lass uns deine Situation anschauen

Ich sitze in Potsdam und ich bin seit Jahren genau für diese Fragen da. Für Selbstständige, Freelancer, Gründer, Menschen, die selbst entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten.

Wenn du wissen möchtest, was für dich sinnvoll ist, nicht als Schubladenentscheidung, sondern durchgerechnet, erklärt, mit allen Konsequenzen, dann buche dir einen Termin.

Nicht damit du wechselst. Sondern damit du weißt, was du entscheidest.



Felix Fröhlich, Versicherungsmakler aus Potsdam, erklärt Selbstständigen den Unterschied zwischen GKV und PKV

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