Du arbeitest beim Kunden. Etwas geht kaputt. Wer zahlt?

Du bist beim Kunden. Ein unglücklicher Schritt, ein umgestoßenes Gerät, ein falscher Handgriff. Die neue Einbauküche hat einen Riss. Der Laptop ist kaputt. Oder schlimmer: jemand kommt zu Fall. Der Kunde schaut dich an. Und du weißt, dass du dafür gerade stehst.
Als Selbstständiger oder Gewerbetreibender haftest du für Schäden, die du oder deine Mitarbeiter im Rahmen der beruflichen Tätigkeit verursachen, persönlich und unbegrenzt. Die Privathaftpflicht greift hier nicht. Die deckt nur private Situationen ab. Was im Job passiert, ist deine Sache.
Was die Betriebshaftpflicht absichert
Die Betriebshaftpflicht übernimmt Schäden, die du oder deine Angestellten bei der Ausübung eurer Tätigkeit verursacht. Personenschäden, Sachschäden, Vermögensschäden, die daraus folgen. Sie prüft, ob ein Anspruch berechtigt ist, zahlt berechtigte Forderungen und wehrt unberechtigte ab.
Typische Situationen: Der Maler beschädigt beim Streichen das Mobiliar des Kunden. Die Reinigungskraft lässt Wasser auf das Parkett laufen. Der Berater gibt eine Empfehlung, die zu einem finanziellen Schaden führt. Der Handwerker bohrt in die falsche Wand und trifft eine Leitung.
Das alles sind keine Extremfälle. Das ist Alltag.
Für wen sie wichtig ist
Wer gewerblich tätig ist und dabei mit Kunden, Mitarbeitern oder fremdem Eigentum in Berührung kommt, braucht eine Betriebshaftpflicht. Das gilt für Handwerker genauso wie für Coaches, Grafikdesigner, Physiotherapeuten, Reinigungskräfte oder Freelancer im IT-Bereich.
Für manche Berufsgruppen ist sie gesetzlich vorgeschrieben, darunter Architekten, Steuerberater, Rechtsanwälte und Ärzte. Für alle anderen ist sie zwar keine Pflicht, aber eine der wenigen Versicherungen, bei denen du ohne sie wirklich nackt da stehst.
Die Privathaftpflicht schützt dich nicht. Das ist wichtig zu verstehen. Wer glaubt, er sei durch seine private Police abgedeckt, irrt sich. Schäden, die im beruflichen Kontext entstehen, sind dort ausdrücklich ausgeschlossen.
Was viele unterschätzen: Vermögensschäden
Bei körperlicher Arbeit denken die meisten zuerst an kaputte Sachen. Aber gerade für Berater, Coaches, Agenturen und Dienstleister im weiteren Sinne sind Vermögensschäden das größere Risiko.
Du gibst eine Empfehlung. Der Kunde handelt danach. Es entsteht ein finanzieller Schaden. Der Kunde macht dich dafür verantwortlich. Ohne Versicherung trägst du das selbst.
Achte darauf, dass deine Police Vermögensschäden explizit einschließt. Nicht alle Tarife tun das standardmäßig.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Deckungssumme: Mindestens 1 bis 2 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Bei Berufen mit höheren Haftungsrisiken mehr.
Vermögensschäden: Für beratende Berufe unverzichtbar. Explizit im Tarif prüfen.
Mitversicherte Personen: Angestellte, Aushilfen und Praktikanten sollten mitversichert sein. Nicht nur du als Inhaber.
Tätigkeitsbeschreibung: Die Police muss zu dem passen, was du tatsächlich tust. Wird ein Schaden durch eine Tätigkeit verursacht, die nicht im Vertrag beschrieben ist, kann der Versicherer die Zahlung ablehnen. Das ist einer der häufigsten Streitpunkte.
Was eine Betriebshaftpflicht kostet
Weniger als die meisten denken. Für einfache Einzelunternehmen und Freelancer beginnen gute Tarife bei unter 200 Euro im Jahr. Handwerksbetriebe oder Unternehmen mit Mitarbeitern zahlen mehr, abhängig von Branche, Umsatz und Risikoprofil.
Der entscheidende Punkt: Ein einzelner Schadensfall kann schnell fünf- bis sechsstellig werden. Der Jahresbeitrag dagegen ist überschaubar.
Felix Fröhlich ist Versicherungsmakler in Potsdam und spezialisiert auf Absicherung für Selbstständige, Freiberufler und kleine Betriebe. Er ist an keine Versicherungsgesellschaft gebunden und wählt aus einer Vielzahl von Anbietern. Wenn du wissen möchtest, ob dein Betrieb wirklich abgesichert ist, meld dich kurz.
Häufige Fragen zur Betriebshaftpflicht
Brauche ich eine Betriebshaftpflicht, wenn ich nur von zu Hause aus arbeite?Ja, auch dann. Sobald du Kunden berätst, Produkte lieferst oder Dienstleistungen erbringst, können Schäden entstehen, die mit deiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängen. Die Privathaftpflicht deckt das nicht ab.
Deckt meine Privathaftpflicht auch berufliche Schäden ab?Nein. Schäden, die im beruflichen Kontext entstehen, sind in der Privathaftpflicht ausdrücklich ausgeschlossen. Dafür brauchst du eine separate Betriebs- oder Berufshaftpflicht.
Was ist der Unterschied zwischen Betriebshaftpflicht und Berufshaftpflicht?Die Betriebshaftpflicht deckt allgemeine Schäden, die im Rahmen des Betriebs entstehen. Die Berufshaftpflicht ist speziell auf beratende oder freie Berufe zugeschnitten und umfasst in der Regel auch reine Vermögensschäden aus fehlerhafter Beratung. Für viele Selbstständige ist eine Kombination sinnvoll.
Sind meine Mitarbeiter mitversichert?Das hängt vom Tarif ab. In guten Tarifen sind festangestellte Mitarbeiter, Aushilfen und Praktikanten mitversichert. Das solltest du beim Abschluss explizit prüfen.
Ist die Betriebshaftpflicht steuerlich absetzbar?Ja. Beiträge zur Betriebshaftpflicht gelten als Betriebsausgaben und mindern deinen steuerpflichtigen Gewinn.



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